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Familien am Limit – wie die Evangelische Erwachsenenbildung Eltern stärkt und unterstützt

Zwar sind seit dieser Woche zumindest die Kitas wieder geöffnet, doch das Thema Homeschooling bleibt angesichts von Wechselunterricht und bereits nach einem Tag wieder geschlossenen Grundschulen auch weiterhin brisant. Ja, gerade für Eltern waren und sind die vielen Wochen im Lockdown – oftmals im Homeoffice, ohne Kinderbetreuung und soziale Kontakte – ein Kraftakt, der an physische und psychische Grenzen führt. Während die Bundesregierung Familien vor allem durch finanzielle Vergünstigungen wie Kinderbonus und Verdoppelung der Kinderkrankentage entlastet, hilft die Evangelische Erwachsenen- und Familienbildung ganz lebensnah. Hier drei Beispiele wie Eltern und damit auch Kinder in Zeiten von Corona unterstützt und gestärkt werden.

„ Erste Hilfe – Überlebenskurs für Eltern im Lockdown“ – ein Bericht von Beate Wurziger-Keltsch aus dem EEB Hochfranken:

Auch noch so engagierte und liebende Eltern geraten im Lockdown an ihre Grenzen. Kinder – im ungünstigsten Fall in unterschiedlichen Altersgruppen – tagtäglich sinnvoll zu beschäftigen, wird von Woche zu Woche schwieriger. Vor allem auch, weil die Spielkameraden fehlen. Wenn bereits acht Schneemänner und drei Schneehöhlen gebaut und die gebackenen Amerikaner vom Vortag gegessen sind, dann braucht es Erste Hilfe für Eltern. Und genau diese bieten wir in Form eines „Überlebenskurses für Eltern im Lockdown“ an.

Der Kurs besteht aus sechs Paketen mit Ideen und Tipps zu den Themen Raumfahrt, Bauernhof, Kirche, Polizei, Feuerwehr und Bienen. In jedem Paket befinden sich passend zum Thema Lesestoff, Bastelmaterial, Wandertipps, Rezepte zum Kochen oder Backen (z.B. Kosmonautennahrung, Feuerwehrsuppe, ein Ma Dolten-Kuchen mit Säge aus Porzellan zum Einbacken) u.v.m.. Darüber hinaus verlosen wir unter allen Teilnehmern Familienführungen (z.B. Kirchenführungen, Besuche beim Imker oder  Erlebnistage bei der Feuerwehr und im Kosmonauten-Museum) durch die entsprechenden Einrichtungen für die Zeit nach Corona. Speziell für die Eltern packen wir dann noch eine „Pausentüte“ dazu – mit Meditationsübungen, netten und lustigen Sprüchen, Tee, Entspannungsbädern oder einer kleinen Handcreme.

Bewerben werden wir das Projekt über die Tageszeitung und die Kirchengemeinden. Die Schutzgebühr beträgt pro Paket 3 Euro.
Nähere Infos unter: eb-inhochfranken@t-online.de

“4x einfach reden – über Familie in diesen Zeiten” – ein Bericht von Heidi Wolfsgruber aus dem EBW Tauber Aisch: 

“4x einfach reden – über Familie in diesen Zeiten” – unter diesem Titel haben wir von Mitte Januar bis Mitte Februar immer mittwochs von 19 – 20 Uhr zu einem Online-Angebot für Eltern eingeladen. Wir wollten die Eltern mit Inputs ermutigen und ihnen zudem die Möglichkeit geben, miteinander ins Gespräch zu kommen. Zweimal haben wir auch besondere Gäste eingeladen: einen Diakon aus der Erziehungs-und Lebensberatungsstelle zum Thema „Wie geht das Miteinander gut“ und eine Heilpädagogin aus einem evangelischen Kindergarten zum Thema „Was brauchen die Kids?

Obwohl die kostenlosen Veranstaltungen je nach thematischen Interesse auch einzelnd besucht werden konnten, bildete sich eine feste Gruppe von Müttern, die an allen vier Abenden dabei waren. Das Format lebte davon, dass sich die Teilnehmenden gegenüber den anderen öffneten und ihre eigene momentane Lebensituation reflektierten und (mit-)teilten. Alle Teilnehmerinnen begrüßen die Möglichkeit, neue Gesichter zu sehen und sich mal mit neuen Leuten auszutauschen. Das private Umfeld vermittelte dabei die entsprechende Vertrautheit und Sicherheit, die es braucht, um auch Persönliches zu erzählen. Dies war den Frauen, obwohl sie anfänglich bedenken hatten, auch deshalb leicht möglich, weil das Videochat-Format gleichzeitig auch eine gewisse Distanz bot. Für mich als Moderatorin war es eine interessante Erfahrung, wie sehr die Frauen aneinander Anteil nahmen und durch gezielte Rückfragen den Reflexionsprozess bewusst mitgestalteten. Für mich als Pfarrerin war es nach den vier Einheiten wunderbar zu hören, wie sehr alle den Austausch als wertvolle gegenseitige Ermutigung und Stärkung erfahren haben. Ein kleines Format, mit tiefgehender Wirkung!

Deshalb  führen wir „einfach reden“ auch im Rahmen der Aktion “7 Wochen ohne” weiter. Sonntäglich gibt es Impulsfilme zu den wöchentlichen Themen, mittwochs drauf das Angebot einfach reden – über Spielräume in diesen Zeiten.

Link zu den Impulsfilmen „Uffn Wort“ (vom 21. Febr. bis 31. März): https://www.youtube.com/watch?v=q-zcDPdhzLM

Nähere Infos bei: heidi.wolfsgruber@bildung-evangelisch.com

“Elternberatung per Telefon und Online-Angebote” – ein Bericht von Marianne Schmutzer von der Familienbildungsstätte Elly in München:

Auch wir haben unsere Angebote für Eltern in Zeiten von Corona geändert bzw. der derzeitigen besonderen Lebenslage von Familien angepasst. Neu sind die “Pädagogischen Beratungen” während der Anmeldezeiten (Mo – Do von 9.00 bis 11.30 Uhr). Viele Eltern rufen uns an, weil sie Problemfragen haben, und sie werden dann zu den jeweils anwesenden Pädagogen weitervermittelt. Anfangs hatten wir auch nachmittags Beratungszeiten, doch diese wurden nicht so gut angenommen.

Die anrufenden Eltern erzählen von ihrem Lockdown-Alltag, ihren Sorgen und Nöten. Wir beraten soweit wie möglich, bei größeren Problemen vermitteln wir allerdings an andere Beratungsstellen. Wichtig für den Erfolg des Projektes: Unsere Pädagogen/ -innen sind den Eltern bzw.  Kursteilnehmer/ -innen bekannt und daher ist das Vertrauen groß.

Neben dem “pädagogischen Telefonangebot” bieten wir unsere Hebammen-, Still- und Schreibabyberatungen sowie diverse Eltern-Kind-Kurse jetzt im Online-Format an. Denn natürlich bedauern die Eltern, dass sie derzeit nicht mehr in die Gruppenangebote kommen dürfen. Die Situation zuhause ist oft schwierig – viele Mütter und Väter sind zeitgleich im Homeoffice, haben zwei Kinder im Homeschooling und zusätzlich ein Kleinkind. Zwar können die digitalen Angebote und Gespräche die beliebteren Live-Veranstaltungen nicht ersetzen, aber oftmals ist das Zuhören und auf die Situation eingehen schon hilfreich. Und einen klaren Vorteil haben die Online-Formate: Angebote wie Babymassage, Gymnastik für Erwachsene sowie Geburtsvor- und Nachbereitung werden jetzt auch abends angeboten. Da können dann auch die Väter teilnehmen oder unterstützen.

Nähere Infos bei: marianne.schmutzer@efbs-muc.de


Texte: Beate Wurziger-Keltsch (Geschäftsführerin und pädagogische Leitung EEb Hochfranken), Heidi Wolfgruber (Bildungsbeauftragte im Dekanat Uffenheim; Vorsitzende Bildung evangelisch zwischen Tauber und Aisch), Marianne Schmutzer (Geschäftsführerin Evang. Familien-Bildungsstätte „Elly Heuss-Knapp“; Dipl. Sozialpädagogin), Sabine Löcker (AEEB Landesstelle)
Foto: i-stock

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