Titelgraphik AEEB

 

 

 

„Bildung, damit die Schätze des Alters sich entfalten können“

Dorathea Strichau · Pädagogische Leiterin der AEEB

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

das heutige Thema der Mitgliederversammlung der AEEB unterstellt zweierlei:

1.

das Alter, alt werden ist nicht nur mit Risiken, sondern auch mit Chancen verbunden.

2.

verspricht das Thema, dass Bildung die Schätze des Alters wirksam werden lassen kann.


Schauen wir uns das genauer an.
Ich gehe auf drei Fragestellungen ein:

 

 

 

I. Um welches Alter und um welche Schätze es Alters geht es hier? nach oben

 

Das Alter hat heute viele Gesichter und kann viele Jahre haben

 

Älter werden wir alle, doch wer ist ab wann alt?
Was haben die Lebensjahre mit dem gefühlten Alter zu tun?

Eine meiner Freundinnen startet gerade mit 61 Jahren einen beruflichen Neubeginn: Sie macht sich als Kinder- und Jugendtherapeutin selbständig und fühlt sich nicht wie 61. Meine Mutter ist im letzten Monat 91 Jahre alt geworden, hat gerade die ersten 30 Seiten ihrer Familiengeschichte geschrieben und fühlt sich trotz der Gehbehinderung nicht wirklich alt, zumindest nicht wie 91, was sie gern betont.

Das Alter hat heute viele Gesichter und einseitige Bilder und Zuschreibungen zu Altersgenerationen werden immer unpassender: Es gibt nicht die Menschen, die z. B. im Alter von 60 - 70 Jahren so und nicht anders sind, diese und jene Interessen haben. Heute haben wir es in den unterschiedlichen Altersgenerationen ab 50 plus mit einer Vielfalt von Interessen, Bedürfnissen und Formen der Alltagsgestaltung zu tun.

Und diese jeweiligen Interessen und Bedürfnisse sind weniger von den konkreten Lebensjahren abhängig, um so stärker aber stehen sie in direktem Zusammenhang mit der Lebens-, Bildungs- und Berufsbiografie, mit der sozialen Lebenssituation, mit der finanziellen Absicherung und nicht zuletzt der Gesundheit der jeweiligen Frauen und Männer.

 

Alter kann heute viele Jahre haben nach oben

 

Noch nie gab es ein so langes Leben nach den Verpflichtungen in Beruf und Familie. Hier geht es inzwischen um einen Lebensabschnitt von 30 Jahren und mehr, wenn man bedenkt, dass ein freiwilliger bzw. ein unfreiwilliger Ausstieg aus dem Berufsleben mit Anfang 50 keine Seltenheit ist. Ein Lebensabschnitt von 30 und mehr Jahren verlangt nach einer zumindest groben Einteilung in Altersgruppen. Denn trotz aller individuellen Ausprägungen des Lebensalters stellen sich z.B. im Alter von 55 Jahren in der Regel andere biographische Aufgaben als mit 75 Jahren. Um der Individualität des Alters gerecht zu werden, nehme ich gerne den inzwischen gängigen Vorschlag auf, lediglich zwischen dem dritten und vierten Lebensalter zu unterscheiden.

Das dritte Lebensalter beginnt mit dem Ende der Berufs- und Familienphase und endet mit dem Beginn des vierten Lebensalters - wobei es hier natürlich keinen Stichtag gibt - der Übergang gestaltet sich fließend.

Im vierten Lebensalter sind Menschen dann, wenn die Bewältigung des Alltags im Mittelpunkt steht. Ihre Lebenssituation ist u. a. dadurch gekennzeichnet, dass die körperliche Mobilität abnimmt und Hilfeleistungen in Anspruch genommen werden müssen. In welchem Alter Menschen im vierten Lebensalter sind, ist heute sehr unterschiedlich. Das wird deutlich, wenn wir uns vor Augen führen, dass körperliche Behinderungen, chronische Krankheiten oder auch Demenzerkrankungen z. B. mit Mitte 60 oder auch mit 90 Jahren und später auftreten können.


Ich komme zum zweiten Teil der Frage:

 

Um welche Schätze des Alters geht es hier? nach oben

 

Ja, es gibt sie, die „Schätze des Alters“ - allen Horrorszenarien einer alternden Gesellschaft zum Trotz, in der ältere und alte Menschen vor allem als jene vorkommen, die der Jugend die Zukunft stehlen.
Die Schätze des Alters - es gibt sie - im individuellen Leben, im gesellschaftlichen Leben, im kirchlichen Leben.
In der Berufswelt könnte es sie geben, wenn man ihren Wert denn dort jetzt schon sehen würde.

Zu den Schätzen des Alters gehören

  • die „gewonnenen“ Jahre: Noch nie zählte die Zeit nach dem Arbeitsleben so viele Jahre - es kann jetzt das gelebt werden, was neben Beruf und Kindererziehung früher keinen Platz hatte.
  • In der dritten Lebensphase ist man Teil einer gesellschaftlich großen – und damit potentiell auch mächtigen - Gruppe: Heute ist bereits jeder vierte Deutsche über 60 Jahre alt, im Jahr 2015 wird es jeder dritte sein. 1)

 

Zu den Schätzen des Alters zählen auch

 

  • die Lebenserfahrung
  • soziale Intelligenz
  • Experten-Wissen
  • biographische erworbene Fähigkeiten und Fertigkeiten.

 

Diese Schätze des Alters begegnen uns in der aktuellen Diskussion um Bildung, um die Solidarität der Generationen und in Diskussion um gesellschaftliche und kirchliche Verantwortung als „ Potenziale des Alters“ oder auch als „Produktivität des Alters“.
Im Vergleich zu früheren Altersgenerationen gewinnen die Schätze des Alters an Glanz: Menschen - vor allem im dritten Lebensalter - sind heute

 

  • gesünder
  • besser ausgebildet
  • sozial und materiell besser gestellt.

 

Und dennoch - gelingendes Altern passiert nicht von selbst - gelingendes Altern will gelernt sein. Denn Altern findet heute unter ganz anderen Voraussetzungen als z. B. noch vor 20 Jahren statt: Der Alltag älterer und alter Menschen bleibt nicht unberührt von Prozessen der Individualisierung, der technischen Entwicklung, den Mobilitäts-erwartungen, dem Wertewandel, der Globalisierung. Die damit verbundenen Veränderungen stellen eine große Herausforderung für die einzelnen Menschen und die Gesellschaft dar.

Angesichts dieses gesellschaftlichen Wandels wird Bildung zum Schlüssel für ein gelingendes Altern. Die alternde Gesellschaft muss auch eine lernende Gesellschaft sein.

Das Konzept des „Lebenslangen Lernens“ trägt diesem Umstand Rechnung. Aus dem Schlagwort „Lernen fürs Leben“ ist „Lebenslanges Lernen“ geworden. Dabei wird „Lernen“ - so die Definition der Bund-Länder-Kommission - „verstanden als konstruktives Verarbeiten von Informationen und Erfahrungen zu Kenntnissen, Einsichten und Kompetenzen.“ 2) Im Kern geht es bei dem Konzept des „Lebenslangen Lernens“ um die Entwicklung biografischer Gestaltungskompetenz.
Im dritten Lebensalter sind im Sinne einer biografischen Gestaltungskompetenz vielfältige Entscheidungen zu treffen:

 

  • Wozu will ich meine Zeit nutzen?
  • Wo will ich meine Kompetenzen und Erfahrungen einbringen?
  • Mit wem will ich mich wofür engagieren?
  • Wo und wie will ich mit wem im Alter wohnen?
  • - Ja: Was soll meinem Leben Sinn geben?

 

Gerade das dritte Lebensalter ist es, das nach Entwürfen neuer biographischer Projekte verlangt, die die Frage nach der Beteiligung am sozialen Leben, nach gesellschaftlicher Partizipation in neuer Form stellt. Und wenn wir uns angesichts der demographischen Entwicklung die gesellschaftlichen Aufgaben anschauen, dann kann mit Recht behauptet werden: An den Potenzialen des Alters geht kein Weg vorbei.

In den letzten Jahrzehnten haben defizitäre Bilder die Vorstellung von Menschen im Alter einseitig geprägt. Auch wenn es nicht darum gehen kann, die individuellen Risiken und die Kosten einer alternden Gesellschaft zu verharmlosen, die Potenziale des Alters – ihre Chancen für die Betroffenen, für die Gesellschaft und die Kirche - gilt es wahrzunehmen. Gesellschaft und Kirche sind ihrerseits gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Beteiligung, Engagement auf Augenhöhe zulassen und fördern.

Der 5. Altersbericht der Bundesregierung, der im Juni/Juli dieses Jahres (2006) veröffentlicht wird – so die Auskunft des Bundesministeriums vor ein paar Tagen - trägt bezeichnenderweise den Titel „Potenziale des Alters in Wirtschaft und Gesellschaft“ und unterstreicht diese Haltung.

 

II Bildung – kann sie die Schätze des Alters wirksam werden lassen? nach oben

 

Altenbildung ist sowohl Bildung für das Alter - verstanden als Vorbereitung auf das Alter und als Begleitung im Prozess des Alters - wie auch Bildung im Alter. 3)

Dass der Mensch bis ins hohe Alter lernfähig ist, bestätigen Ergebnisse der neueren Hirnforschung (Spitzer) und der gerontologischen Forschung (Lehr, Krause, Oswald). Diese heben auch hervor, dass „aktives“ Alter(n) die beste Gesundheitsvorsorge darstellt und die besten Lerneffekte erreicht werden, wenn Lernen an vorhandenes Wissen und vorhandene Erfahrungen anknüpft und im menschlichen Miteinander erfolgt. Die Qualitätsstandards der Evangelischen Erwachsenenbildung, nämlich Teilnehmenden-Orientierung und erfahrungsbezogenes, ganzheitliches Lernen erfahren mit diesen Forschungsergebnissen eine aktuelle Bestätigung.

Bildung ermöglicht einen selbstbestimmten Umgang mit den Herausforderungen des Alterns, ermöglicht Orientierung und Teilhabe am gesellschaftlichen Wandel, erleichtert den Generationendialog durch einen Perspektivwechsel, hilft, den Geist beweglich zu halten, Kontakte zu pflegen und Begegnung zu leben. Ausgehend von dem gesellschaftlichen Wandel und dem Konzept des Lebenslangen Lernens ist damit zusammenfassend die zentrale Bedeutung von Bildung im Alter skizziert. Wie bereits gesagt: Bildung wird zum Schlüssel für ein gelingendes Altern.

Bleibt zu fragen:

Wie steht es im Alter mit der „Lust auf Bildung“? nach oben

 

Bei dieser Frage habe ich Menschen im dritten Lebensalter im Blick.
Aus Mangel an Zeit begrenze ich mich hier in den folgenden Ausführungen auf diese Gruppe. Wie Bildung im vierten Lebensalter aussehen kann, ist dennoch eine ganz wichtige Frage, auf die wir eine Antwort brauchen. Konzeptionelle Überlegungen von einer zugehenden Bildungsarbeit gibt es auch bereits, erste Praxiserfahrungen liegen vor.4)

Doch zurück zur Frage: Wie steht es mit der Lust auf Bildung im dritten Lebensalter?
Dank der Ergebnisse einer repräsentativen Erhebung, die das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) 1998 zum Thema „Bildung im Alter“ in Auftrag gab, kann die Antwort kurz und klar ausfallen:

 

  • Außerberufliche Bildung spielt bei den Menschen ab 50 Jahren eine zunehmend große Rolle
  • Die Nachfrage nach Bildungsangeboten wird steigen
  • Gleichzeitig wird auch die Erwartung an die Qualität der Bildungsveranstaltungen steigen
  • Ehrenamtlich Tätige, Personen im bürgerschaftlichen Engagement zeigen ein besonders hohes Interesse an Bildung. 5)

 

Damit wird deutlich:
Für die Gesellschaft mag der demographische Wandel ein Problem darstellen, doch für die Erwachsenenbildung stellt er eine Entwicklungsaufgabe dar und ist vielleicht sogar eine Ursache für einen erneuten Aufschwung.

Bei der Entwicklung von Bildungsangeboten für Menschen im dritten Lebensalter scheint es ratsam, bestimmte Faktoren im Blick zu haben. In der zuvor genannten Erhebung des BMFSFJ ist u. a. eine repräsentative Befragung Älterer integriert. So wurden im Sommer 1999 knapp 2.000 Personen im Alter zwischen 50 und 75 Jahren aus 150 kommunalen Gemeinden nach ihrer Bildungsbeteiligung, nach ihren Interessen und Motiven sowie nach Barrieren befragt. Es stellte sich heraus, dass zwei Faktoren ganz entscheidend die Teilnahme an Bildungsveranstaltungen beeinflussen: Das Lebensalter und die höheren schulischen und beruflichen Bildungsabschlüsse der Leute und in Zukunft älteren Menschen.

 

Ein Blick auf den Faktor „Lebensalter“ nach oben

 

Ein Viertel der Befragten ab 50 Jahren hat in dem Zeitraum von 1996 - 1999 an Bildungsveranstaltungen teilgenommen. Die Altergruppe der 50 - 54-jährigen nahm mit 29 Prozent fast doppelt so häufig an außerberuflichen Bildungsprogrammen teil wie Menschen zwischen 55 und 69 Jahren. Ab einem Alter von 70 Jahren sinkt in dem Befragungszeitraum die Bildungsbeteiligung auf 9 Prozent.

 

Ein Blick auf die schulischen und beruflichen Bildungsabschlüsse

 

Ein starker Anstieg der Bildungsabschlüsse zeigt sich insbesondere bei den Frauen, die häufig diese Lebensphase nach Beruf und Familienpflichten gestalten werden: „Hatten 1994 fast 60 Prozent der Frauen im Alter von 60 bis 65 Jahren keinen beruflichen Abschluss, so werden es im Jahr 2014 nur noch 25 Prozent der Frauen sein. Im gleichen Zeitraum wird sich die Zahl der Frauen mit Hochschulabschluss vervierfacht haben.“6)
Zu erwarten ist, dass diese Frauen mit höheren schulischen und beruflichen Bildungsabschlüssen - aber auch Männer - hohe Bildungsansprüche im Alter stellen werden.

 

III Was kann Bildung in der Verbindung mit ehrenamtlichem/
bürgerschaftlichem Engagement leisten? nach oben

 

Ich kann mit einer guten Nachricht beginnen: Die Bereitschaft der Menschen im dritten Lebensalter, sich zu engagieren, steigt:
Die Bundesregierung hat 1999 und 2004 Studien zur Befragung zum freiwilligen Engagement in Deutschland in Auftrag gegeben. Diese so genannten Freiwilligen-Surveys zeigen, dass Menschen vor allem im dritten Lebensalter interessante und sinngebende Tätigkeiten suchen:
Am stärksten wuchs in den 5 Jahren - also zwischen 1999 und 2004 - die Bereitschaft, sich freiwillig zu engagieren, bei der Altersgruppe der 55 bis 65jährigen, nämlich um 6%.
Bei den 66 – 75jährigen wurde eine Steigerung von 5 Prozent ermittelt.

Beeindruckend ist der Anteil der 55 bis 65jährigen, die sich 2004 ehrenamtlich engagierten – es waren 40 Prozent; Bei den 66 bis 75jährigen waren es immerhin noch 31 Prozent.7)

Sylvia Kade vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung vertrat bei einer Tagung der AEEB-Landesstelle zur Altersbildung im Jahre 2000 bereits folgende These:
„Die Mehrheit der ‚jungen Alten’ wird immer aktiver, vereint die Rollen der Enkelbetreuung, der pflegenden Familienangehörigen, der Reisenden und des Vereinsmitglieds mit alternativen Bildungs- und Engagementgelegenheiten außerhalb des Hauses.“
Sie hat Recht behalten. Diese Altersgenerationen nehmen ihre biografische Gestaltungskompetenz ganz offensichtlich ernst und sie scheinen zu wissen: „Wem die Sinndimension fehlt, der verdurstet auf dem Weg in die Zukunft.“(Karl Kälin)


Also nochmals:

„An den Potentialen des Alters geht kein Weg vorbei“ - eine alternde Gesellschaft ist auf sie angewiesen und die Verjüngung sowie Verlängerung des Alters zugleich bringen dieses Potential hervor. Allerdings in veränderter Form. Das „lebenslange Ehrenamt“ ist passée“. Engagement-Bereiche wechseln entsprechend der Lebensphase. Viele gönnen sich nach einem erstmaligen Engagement auch eine „Engagement-Pause“. Und eines sei betont: Engagement in der dritten Lebensphase darf nicht zur moralischen Verpflichtung für alle werden! Jede und jeder muss im Alter das Recht haben, sich frei zu entscheiden.


Doch Menschen, die sich engagieren, wollen auf ihre Aufgabe vorbereitet und begleitet werden. Persönlichkeitsbildung und qualifizierende Bildung, Fortbildung sind zentrale Voraussetzungen für das Gelingen ehrenamtlichen, bürgerschaftlichen Engagements.

Zusammenfassend heißt es in den Ergebnissen des Forschungsprojekts „Bildung im Alter“: „Personen, die ehrenamtlich tätig sind bzw. in der Vergangenheit waren, zeigen ein ausgeprägteres Bildungsverhalten als Personen ohne bürgerschaftliches Engagement. Ehrenamtlich Tätige nehmen fast doppelt so häufig an Bildungsmaßnahmen teil wie andere Personen ihrer Altersgruppe.“8)
Dies ist ein deutliches Indiz für den Weiterbildungsbedarf im Ehrenamt.

Die Fortbildung für ehrenamtliches Engagement ist ein zentraler Schwerpunkt Evangelischer Erwachsenenbildung, sie hat eine lange Tradition. Doch angesichts der demografischen Entwicklung und der wachsenden Bereitschaft von Menschen im dritten Lebensalter, sich zu engagieren, stellen sich der Erwachsenenbildung neue Aufgaben. Sie kann die Engagementbereitschaft im dritten Lebensalter aufgreifen, qualifizieren, begleiten, strukturell einbinden und damit gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Soll das gelingen, wird sie neue Formen der Qualifizierung, Begleitung und vor allem der Einbindung ehrenamtlichen, bürgerschaftlichen Engagements finden müssen. Hierbei wird es auf eine vielfältige Vernetzung ankommen, Vernetzungsmanagement wird gefragt sein.

Diese Vernetzung, die Einbindung in Arbeitsstrukturen kann nicht allein die Erwachsenenbildung leisten. Kirchliche und staatliche Einrichtungen sind hier ebenfalls gefragt. Was können und werden sie tun, um die Schätze, Potentiale des Alters aufzugreifen, zu pflegen, zu nutzen und zu vernetzen?


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, an dieser Stelle sage ich allerdings auch ganz deutlich:
Mit immer weniger Geld von Kirche und Staat kann die Erwachsenenbildung nicht immer mehr Aufgaben übernehmen.

Diese neuen Formen der Qualifizierung und der Aufbau von vernetzten Strukturen für eine kontinuierliche Verbindung von ehrenamtlichem, bürgerschaftlichem Engagement und Bildung stehen und fallen mit einer zusätzlichen Förderung.
Dass zu investieren sich hier lohnt, zeigen bereits Projekte, die in Evang. Bildungswerken entwickelt und erprobt wurden und werden, auf beeindruckende Weise.
Sie greifen unterschiedliche Interessen von Menschen im dritten Lebensalter auf und werden in unterschiedlichen Bereichen wirksam. Gemeinsam ist ihnen, dass sie sich der Herausforderung einer Verbindung von Bildung und ehrenamtlichem, bürgerschaftlichem Engagement in neuer Form stellen. Sie alle übernehmen auf eine spezifische Art und Weise Verantwortung für Aufgaben einer alternden Gesellschaft und achten - wie immer Sie es nennen wollen:
Die Schätze, die Potenziale, die Produktivität des Alters.

Exemplarisch stellen im Rahmen dieser Mitgliederversammlung einige Kolleginnen folgende Projekte vor:9)

Kulturführerschein

 

Berater/in für Altersfragen

 

Erfahrung teilen

  • Evang. Bildungswerk Würzburg - Frankenforum
    Eva-Maria Hartmann
    Wilhelm-Schwinn-Platz 3, 97070 Würzburg
    Tel. 0931/32175-0
    E-Mail: hartmann@schroeder-haus.de

 

Großeltern stiften Zukunft

 

 

Literaturangabe:


1. Freiwilliges Engagement älterer Menschen. Sonderauswertung der repräsentativen Befragung zum freiwilligen Engagement in Deutschland 1999. Infratest Borke München, ISAB Köln u. a., in: BAGSO-Nachrichten 2/2000, S. 37 ff.

2. Bund Länder Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (2004): Strategie für Lebenslanges Lernen in der Bundesrepublik Deutschland (Materialien zur Bildungsplanung und Forschungsförderung 125). Bonn

3. Susanne Becker, Ludger Veelken, Klaus Peter Wallraven (Hrsg.): Handbuch Altenbildung. Opladen 2000

4. Einige Literaturhinweise zum Lernen im vierten Lebensalter:

 

  • Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (KBE): Bildung lebenslang - Leitlinien einer Bildung im dritten und vierten Alter, Bonn 2002
  • Sabine Sautter, Evangelisches Bildungswerk München: Leben erinnern. Biografisches Arbeiten mit Älteren
  • Landesarbeitsgemeinschaft der Katholischen Erwachsenenbildung Rheinland-Pfalz: Der Mensch lernt niemals aus! Konzepte und Anregungen für eine Bildungsarbeit im 4. Lebensalter. 2005

 

5. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Bildung im Alter. Ergebnisse des Forschungsprojektes. Berlin 2004. Internet: www.bmfsfj.de

6. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Bildung im Alter, a.a.O., S. 5

7. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.):
2. Freiwilligensurvey 2004 - Ehrenamt, Freiwilligenarbeit, Bürgerschaftliches Engagement. Kurzzusammenfassung, Berlin 2004, S 1 ff

8. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Bildung im Alter, a.a.O., S. 13

9. Die Projektvorstellungen gaben einen Einblick in Ziele und Arbeitsweisen des jeweiligen Projektes, informierten über Projekterfahrungen und darüber, was die Teilnehmenden motiviert, dabei zu sein. Diskutiert wurden die Chancen, die das jeweilige Projekt Menschen, Gesellschaft und Kirche bieten kann.