Was daraus wurde
Als nächste Ziele der AEEB können genannt werden: Aufbau einer Struktur für die Evangelische Erwachsenenbildung in der Breite unter Einbeziehung der Dekanate und Ortsgemeinden, inhaltliche und methodische Qualifizierung der Arbeit und Gleichstellung der Evangelischen Erwachsenenbildung mit anderen Trägern bei der staatlichen Förderung. Die Stelle eines „Landeskirchlichen Beauftragten für Erwachsenenbildung“ wurde am 01. April 1969 errichtet und mit Pfr. Friedrich Ziegel besetzt. Der ehemalige Studienleiter an der Evangelischen Akademie bot Fortbildungsseminare an und startete erste Modellversuche der Erwachsenenbildung auf der regionalen Ebene. Im April 1971 trat Diakon Stefan Schaller als erster hauptamtlicher Geschäftsführer in den Dienst der AEEB. Sein Name ist eng mit dem kontinuierlichen Ausbau der Evangelischen Erwachsenenbildung verbunden. Mit der Gründung des Evangelischen Bildungswerks Schweinfurt e. V. am 29. November 1971 begann die Schaffung einer Regionalstruktur zur Intensivierung und Profilierung der Evangelischen Erwachsenenbildung vor Ort. (Heute ist mit Ausnahme eines Dekanates eine flächendeckende Struktur mit 49 Bildungswerken innerhalb der Evang.-Luth. Kirche in Bayern erreicht.) Die Gremien der AEEB wirkten konstruktiv an der Ausarbeitung des am 1. September 1974 in Kraft getretenen „Gesetzes zur Förderung der Erwachsenenbildung in Bayern“ mit. Mit diesem Gesetz wurde die staatliche Förderung auf eine solide rechtliche Grundlage gestellt. KR Paul Rieger, der seit 1968 (bis 1993) an der Spitze der AEEB stand, wurde zum ersten Vorsitzenden des im Gesetz vorgesehenen Landesbeirats für Erwachsenenbildung gewählt. Zum inhaltlichen Schwerpunkt der Arbeit der AEEB-Landesstelle, die von Beginn an ihren Sitz in Tutzing hatte, wurde die Qualifizierung der haupt- neben- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden. Im Herbst 1975 begann zum ersten Mal das Fernstudium für Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen in der Erwachsenenbildung, dem Studienmaterialien der „Evangelischen Arbeitsstelle Fernstudium für kirchliche Dienste“ (Hannover) zu Grund lagen. Bis heute nahmen fast fünfhundert Personen an diesem eineinhalbjährigen Intensivkurs teil. In der Folge wurden Aufbaustudiengänge zur Familien- und Seniorenbildung sowie zur Ökumene durchgeführt. Prof. Jörg Knoll, der später den Lehrstuhl für Erwachsenenbildung an der Universität Leipzig innehatte, hat der Verband u. a. eine weit über Bayern hinaus anerkannte Konzeptentwicklung im Bereich der Mitarbeiter-/Mitarbeiterinnen-Fortbildung zu verdanken. 14 Jahre lang - bis 1993 - entwickelte er als Pädagogischer Referent der AEEB in Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus Mitgliedseinrichtungen z. B. Kompaktkurse für die Fortbildungsarbeit in der Region. So entstand neben anderen der Kurs „Spielen, reden, mitgestalten“ für die Eltern-Kind-Arbeit. Daneben führte die Landesstelle in dieser Zeit die Anregung der inhaltlichen Arbeit der Mitgliedseinrichtungen konsequent fort. Wanderausstellungen wurden erstellt und landesweit begleitet, Arbeitshilfen wurden herausgegeben. Pfr. Hajo Petsch nahm sich damals fünf Jahre lang als Theologischer Referent dieser Aufgaben an. Zu Beginn der 90er Jahre wurden bezüglich des Ausbaus der Arbeit in der mittlerweile über 80 Mitgliedseinrichtungen zählenden Arbeitsgemeinschaft Grenzen deutlich spürbar. Vor allem in den Bildungswerken konnte im wünschenswerten Maße mit dem Aufbau von hauptamtlichen Strukturen aufgrund stagnierender finanzieller Zuschüsse nicht fortgefahren werden. Der damalige Leiter für Statistik und Rechnungswesen und spätere Verwaltungsgeschäftsführer, Diakon Friedrich Schabert, zählte zu dieser Zeit bereits jährlich über 34.000 Veranstaltungen der Evangelischen Erwachsenenbildung in Bayern. Grundsätzliche neue Überlegungen wurden notwendig.
